Anlieferung CMX50

Leitfaden für die perfekte Anlieferung der DMG MORI CMX 50 U: Vorbereitung, Logistik und Inbetriebnahme

Die Investition in eine DMG MORI CMX 50 U 5-Achs-Fräsmaschine ist ein bedeutender Meilenstein für die Steigerung von Präzision und Effizienz in Ihrem Fertigungsbetrieb. DMG MORI ist weltweit für hochmoderne Werkzeugmaschinen bekannt, die höchste Stabilität, Dynamik und fortschrittliche 3D-Steuerungstechnologien vereinen. Ein reibungsloser Übergang von der Anlieferung bis zum ersten Span hängt jedoch von einem oft unterschätzten Faktor ab: einer sorgfältigen und professionellen Lieferplanung. Ein CNC-Bearbeitungszentrum dieser Leistungsklasse wiegt mehrere Tonnen, verfügt über hochpräzise Linearführungen und ist mit empfindlichen Spindeleinheiten ausgestattet. Um Transportschäden, kostspielige Verzögerungen oder unerwartete Zusatzkosten zu vermeiden, ist ein strukturierter logistischer Ablauf unverzichtbar. Dieser Beitrag begleitet Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Lieferprozess der CMX 50 U – von der Routenplanung bis zur erfolgreichen Inbetriebnahme.

Technische Daten: Was wird geliefert?

Bevor Sie Ihre Entladezone und den Aufstellungsort vorbereiten, sollten Sie die Abmessungen und Gewichte der bevorstehenden Lieferung genau kennen. Die CMX 50 U verfügt über ein äußerst kompaktes C-Rahmen-Design und bietet dennoch die Leistungsfähigkeit eines vollwertigen 5-Achs-Bearbeitungszentrums.

Die wichtigsten Logistikdaten der Standardausführung umfassen:

  • Maschinengewicht: ca. 5.000 bis 5.500 kg (abhängig von Ausstattung, Kühlsystem und Optionen)
  • Verfahrwege (X / Y / Z): 500 mm / 450 mm / 400 mm
  • Stellfläche: Der benötigte Platz muss Sicherheitsabstände, Späneförderer und das 19-Zoll DMG MORI SLIMline® Multi-Touch-Bedienpanel berücksichtigen.
  • Transporthöhe: Die Gesamthöhe der Maschine in ihrer Transportverpackung überschreitet häufig die Maße herkömmlicher Werkstatttore.


Zusätzlich zur Hauptmaschine werden meist weitere Komponenten separat geliefert. Dazu gehören der Kühlmitteltank, der Späneförderer, optionale Automatisierungssysteme wie Palettenwechsler (PH-AMR) sowie Transportkisten mit Werkzeugaufnahmen, Zubehör und Dokumentationen.

Phase 1: Logistische Vorbereitung der Transportwege

Die Lieferplanung beginnt bereits mehrere Wochen vor dem eigentlichen Anlieferungstermin. Da Schwertransporte, Mobilkräne oder spezialisierte Maschinenumzugsunternehmen zum Einsatz kommen, müssen sämtliche Transportwege sorgfältig geprüft werden.

1. Zufahrt für den Liefertransport

Stellen Sie sicher, dass der anliefernde Sattelzug oder Tieflader Ihr Betriebsgelände problemlos erreichen kann. Enge Kurvenradien, weiche Untergründe oder niedrige Durchfahrtshöhen sollten frühzeitig erfasst und mit dem Spediteur abgestimmt werden.

2. Entladebereich und Kranstellfläche

Die CMX 50 U wird in der Regel per Kran vom Transportfahrzeug gehoben oder mithilfe von Schwerlastfahrwerken vom Auflieger bewegt. Wird ein Mobilkran eingesetzt, muss die Aufstellfläche für die Kranstützen ausreichend tragfähig sein. Besonders auf unterirdische Versorgungsleitungen, Schächte oder Entwässerungssysteme ist zu achten, da diese unter hoher Last beschädigt werden könnten.

3. Hallentore und Deckenhöhen

Messen Sie die exakten Breiten und Höhen aller Tore und Durchgänge auf dem Transportweg. Eine verpackte Fräsmaschine dieser Größe benötigt häufig mehr Platz als erwartet. Beachten Sie zudem, dass sich die Transporthöhe durch den Einsatz von Schwerlastfahrwerken oder Maschinenrollern um etwa 10 bis 15 Zentimeter erhöht.

Alle internen Transportwege sollten frei von Hindernissen sein. Kabeltrassen, Druckluftleitungen, Beleuchtungssysteme oder andere Installationen dürfen die Einbringung nicht behindern.

Phase 2: Tragfähigkeit des Bodens und Fundamentvorbereitung

Die außergewöhnliche Präzision der CMX 50 U basiert auf ihrer äußerst steifen Maschinenkonstruktion und einer effektiven Schwingungsdämpfung. Damit diese Eigenschaften dauerhaft erhalten bleiben und die Maschinengeometrie über Jahre hinweg im Mikrometerbereich stabil bleibt, ist eine fachgerechte Fundamentvorbereitung entscheidend.

Bodenanalyse und Tragfähigkeit

Normale, nicht ausreichend verstärkte Industrieböden können durch die hohen Punktlasten einer fünf Tonnen schweren Maschine beschädigt werden. Prüfen Sie daher frühzeitig die statischen Voraussetzungen Ihrer Halle oder ziehen Sie einen Statiker hinzu.

Dabei sind folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Der Boden muss das Maschinengewicht sowie die während der Bearbeitung auftretenden dynamischen Kräfte sicher aufnehmen können.
  • Die maximale Tischbelastung von bis zu 200 kg auf dem NC-Schwenkrundtisch muss ebenfalls in die Berechnung einfließen.
  • Schwingungen benachbarter Maschinen wie Pressen oder Scheren dürfen nicht auf die CMX 50 U übertragen werden. Falls erforderlich, sollte ein separates Fundament erstellt werden.

Ausrichten und Nivellieren

Die Maschine wird mit integrierten Nivellierfüßen geliefert. Je ebener die vorgesehene Aufstellfläche vorbereitet ist, desto geringer ist der spätere Justieraufwand. DMG MORI stellt hierfür detaillierte Fundamentzeichnungen zur Verfügung, die sämtliche Lastpunkte und Aufstandsflächen exakt definieren.

Phase 3: Der Liefertag – Sicherheit und koordinierte Abläufe

Am Tag der Anlieferung müssen sämtliche Beteiligten eng zusammenarbeiten. Sicherheit und klare Kommunikation haben dabei höchste Priorität.

Einsatz geeigneter Transporttechnik

Für das Entladen und Einbringen empfehlen wir dringend den Einsatz spezialisierter Maschinenumzugsunternehmen. Herkömmliche Gabelstapler verfügen häufig nicht über die erforderliche Tragfähigkeit oder Stabilität.

Typischerweise kommen folgende Hilfsmittel zum Einsatz:

  • Schwerlast-Gabelstapler mit mindestens 7 bis 8 Tonnen Tragfähigkeit
  • Lenkbare Schwerlastfahrwerke für präzise Bewegungen auf engem Raum
  • Hydraulische Hebegeräte und Maschinenheber zum sicheren Absetzen auf die endgültigen Aufstellpunkte

Sichtprüfung nach der Anlieferung

Direkt nach dem Entladen sollte die Maschine gründlich inspiziert werden. Achten Sie insbesondere auf:

  • Beschädigungen an Verpackung, Transportkisten oder Schutzfolien
  • Hinweise auf Feuchtigkeitseintritt oder Korrosion
  • Ausgelöste Transportindikatoren wie ShockWatch- oder TiltWatch-Aufkleber, die auf starke Erschütterungen oder Kippvorgänge während des Transports hinweisen


Dokumentieren Sie mögliche Schäden sofort fotografisch und melden Sie diese umgehend dem Transportdienstleister.

Phase 4: Einbringung und finale Positionierung

Das präzise Positionieren der CMX 50 U erfordert Geduld und Erfahrung. Aufgrund des integrierten Werkzeugwechslers mit standardmäßig 30 Werkzeugplätzen müssen die vorgeschriebenen Wartungs- und Bedienabstände exakt eingehalten werden.

Einhaltung der Sicherheits- und Wartungsabstände

Die Maschine sollte entsprechend dem offiziellen Installationsplan aufgestellt werden.
  • Bedienerzugang Die großzügige Fronttür ermöglicht einen hervorragenden Zugang zum Arbeitsraum. Für ein sicheres Öffnen und komfortables Arbeiten muss ausreichend Freiraum vorhanden sein.
  • Wartungszugang Schaltschrank, Hydraulik-, Pneumatik- und Zentralschmiersysteme müssen jederzeit problemlos zugänglich bleiben, um Service- und Wartungsarbeiten effizient durchführen zu können.
  • Späne- und Peripheriemanagement Positionieren Sie den Späneförderer so, dass Spänebehälter problemlos mit Hubwagen oder Gabelstapler ausgetauscht werden können.

Phase 5: Versorgungseinrichtungen und Inbetriebnahme vorbereiten

Sobald die Maschine auf ihren Nivellierfüßen steht und exakt ausgerichtet wurde, beginnt die Vorbereitung für die Inbetriebnahme durch den zertifizierten DMG MORI Servicetechniker.

Versuchen Sie nicht, die Maschine eigenständig anzuschließen oder in Betrieb zu nehmen, da dies zum Verlust von Garantieansprüchen führen kann.

Elektrischer Anschluss

Die CMX 50 U benötigt eine stabile und störungsfreie Stromversorgung mit entsprechend ausgelegten Schutzschaltern. Spannungsschwankungen können empfindliche CNC-Steuerungen beschädigen oder Produktionsunterbrechungen verursachen.

Die elektrische Zuleitung sollte exakt nach den Vorgaben der technischen Dokumentation vorbereitet werden.

Druckluftversorgung

Werkzeugwechsler, Spindelabblasung und optionale Messsysteme benötigen saubere und trockene Druckluft.

Achten Sie auf:

  • Konstanten Betriebsdruck auch während Spitzenlastzeiten
  • Den Einsatz eines leistungsfähigen Kältetrockners
  • Hochwertige Filtereinheiten unmittelbar vor dem Maschinenanschluss


Feuchtigkeit oder Verunreinigungen in der Druckluft können zu kostspieligen Schäden an Pneumatikkomponenten und Hochgeschwindigkeitsspindeln führen.

Kühlschmierstoffe und Betriebsstoffe

Für den Inbetriebnahmetermin sollten sämtliche benötigten Betriebsstoffe bereitstehen:

  • Hochwertige wassermischbare Kühlschmierstoffe
  • Führungsbahnöle
  • Hydrauliköle gemäß Herstellervorgaben


Die Erstbefüllung erfolgt üblicherweise gemeinsam mit dem Servicetechniker, um sicherzustellen, dass alle Kreisläufe korrekt befüllt, entlüftet und geprüft werden

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