Anlieferung CTX800

Die Anlieferung Ihrer DMG MORI CTX beta 800: Der ultimative Leitfaden für Vorinstallation und Logistik

Die Anlieferung einer neuen Industriemaschine in Ihre Fertigung ist ein bedeutender Meilenstein für jedes produzierende Unternehmen. Handelt es sich dabei um ein hochwertiges Universaldrehzentrum wie die DMG MORI CTX beta 800, wird die Vorfreude häufig von logistischen Herausforderungen begleitet. Mit einem Gewicht von rund 10.000 Kilogramm (10 Tonnen) und ausgestattet mit hochsensiblen Glasmaßstäben, Linearantrieben und Präzisionsspindeln ist die Anlieferung dieser leistungsstarken CNC-Drehmaschine weit mehr als eine gewöhnliche Lieferung. Sie erfordert eine sorgfältige Planung, präzise Abstimmung und die konsequente Einhaltung technischer Vorgaben.

Ganz gleich, ob Sie von einer kleineren Drehmaschine aufrüsten oder Ihre Kapazitäten für die Mehrseitenbearbeitung erweitern möchten – die Vorbereitung Ihrer Werkstatt auf die physische Ankunft der CTX beta 800 ist der erste entscheidende Schritt, um die bekannte Präzision und Leistungsfähigkeit der Maschine sicherzustellen. Dieser umfassende Leitfaden erläutert alles, was Ihre Teams aus Engineering, Betrieb und Logistik wissen müssen, um eine reibungslose, beschädigungsfreie Anlieferung und einen nahtlosen Start in die hochpräzise Drehbearbeitung zu gewährleisten.

Die physische Stellfläche verstehen: Herausforderungen durch Größe und Gewicht

Bevor ein Schwerlasttransporter Ihr Werk erreicht, sollten Sie genau wissen, welche Maschine geliefert wird. Die CTX beta 800 Baureihe – einschließlich der Linear-, 4A-Doppelturm- und TC-Varianten (Turn-Mill) – bietet trotz ihrer umfangreichen Funktionen eine vergleichsweise kompakte Bauweise. Im Bereich schwerer Industriemaschinen bedeutet „kompakt“ jedoch dennoch erhebliche Abmessungen.

  • Nettogewicht Das Grundgewicht der Maschine liegt bei etwa 10.000 kg. Ist Ihre Konfiguration zusätzlich mit einem Hochleistungs-Werkzeugmagazin (z. B. einem Capto-C6-Magazin mit 80 Werkzeugplätzen), einer Gegenspindel oder einem externen Stangenlader ausgestattet, erhöht sich das Gesamtgewicht der Lieferung entsprechend.
  • Abmessungen Im Standard-Lieferzustand misst die Maschine ungefähr: Länge: 6,5 m, Breite: 2,7 m, Höhe: 2,0 m
  • Zusätzliche Komponenten Beachten Sie, dass die Maschinenverkleidung nur einen Teil der Lieferung ausmacht. Eine Standardauslieferung umfasst häufig zusätzlich: Einen separaten Scharnierband-Späneförderer Eine Hochdruck-Kühlmittelanlage mit Pumpentank (oft 20 bis 12 bar) Eine Ölnebelabsaugung Gegebenenfalls ein Automatisierungssystem wie Robo2Go


Stellen Sie sicher, dass Ihr Logistikverantwortlicher diese Daten mit dem offiziellen Liefer- und Versandprotokoll des Herstellers abgleicht, bevor die Entladung geplant wird.

Routenplanung: Von der öffentlichen Straße bis zum Aufstellungsort

Der Anlieferungsprozess beginnt lange bevor der LKW Ihr Werk erreicht. Eine unzureichende Routenplanung kann dazu führen, dass ein Schwertransport an engen Kurven stecken bleibt oder die Maschine nur mit wenigen Millimetern Abstand unter einer Decke hindurchpasst.

Zufahrtswege und Entladebereich

Die CTX beta 800 wird in der Regel auf einem Schwerlast-Tieflader angeliefert. Überprüfen Sie daher, ob die Zufahrtswege Ihres Standorts den Wendekreis eines solchen Fahrzeugs zulassen.

Der Entladebereich sollte über eine ebene und tragfähige Beton- oder Asphaltfläche verfügen, die sowohl das Gesamtgewicht des Transportfahrzeugs als auch die Punktlasten eines Krans oder Schwerlaststaplers sicher aufnehmen kann.

Toreinfahrten und Durchfahrtshöhen

Messen Sie sämtliche Tore, Türen und Hindernisse entlang des Transportwegs bis zum endgültigen Aufstellort der Maschine.

Besondere Aufmerksamkeit gilt:

  • Rolltoren und Werkstatttoren (mindestens 300 mm Freiraum über den Transportabmessungen)
  • Kranbahnen
  • Rohrleitungen
  • Elektrokabeltrassen
  • Lüftungs- und Klimakanälen
  • Bereits installierten Maschinen auf der Produktionsfläche


Unter Umständen müssen benachbarte Fertigungsbereiche vorübergehend stillgelegt oder kleinere Anlagen versetzt werden, um ausreichend Platz für den innerbetrieblichen Transport zu schaffen.

Fundamentanforderungen: Vorbereitung des Maschinenfundaments

Eine hochpräzise CNC-Werkzeugmaschine mit 10 Tonnen Gewicht kann nicht einfach auf einen gewöhnlichen Industrieboden gestellt werden, wenn dauerhaft Mikrometer-Genauigkeit gefordert ist. Die hohen Verfahrgeschwindigkeiten der CTX beta 800 von bis zu 60 m/min in der X-Achse erzeugen erhebliche dynamische Kräfte.

Tragfähigkeit und Fundamenttiefe

Empfohlen wird ein speziell ausgelegtes, schwingungsisoliertes Betonfundament. Die Betonplatte sollte vollständig ausgehärtet sein (in der Regel 28 Tage nach dem Gießen) und die in den DMG MORI Installationsunterlagen vorgegebene Mindeststärke aufweisen, üblicherweise zwischen 200 mm und 300 mm Stahlbeton.

Das Fundament muss:

  • Rissfrei sein
  • Strukturell stabil ausgeführt werden
  • Von Gebäudestützen und vibrationsintensiven Maschinen entkoppelt sein


So wird verhindert, dass externe Schwingungen die Maschinenpräzision beeinträchtigen.

Ebenheit und Lastverteilung

Der Boden muss die vom Hersteller vorgegebenen Ebenheitstoleranzen erfüllen, bevor die Nivellierelemente montiert werden.

Die CTX beta 800 verwendet ein Mehrpunkt-Nivelliersystem. Bei unzureichender Ebenheit oder Bodensetzungen kann sich das Maschinenbett verziehen, was langfristig zu Achsabweichungen sowie erhöhtem Verschleiß an Linearführungen und Kugelgewindetrieben führt.

Entladung und Einbringung: Die richtige Hebetechnik

Sobald das Transportfahrzeug eintrifft, geht die Verantwortung für die Maschine auf das Einbringungs- und Montageteam über. Aufgrund des asymmetrischen Schwerpunkts der CTX beta 800 – verursacht durch Spindelstock, Maschinenbett und Werkzeugrevolver – ist der Einsatz zertifizierter und versicherter Schwerlast-Rigger unverzichtbar.

Kran oder Schwerlaststapler?

Je nach Gegebenheiten kommen zwei Methoden infrage:

Kranentladung

Beim Anheben mit einem Mobilkran dürfen ausschließlich die vom Hersteller vorgesehenen Hebepunkte oder Kranösen verwendet werden.

Zusätzlich sollten Traversen eingesetzt werden, damit Hebeseile oder Rundschlingen nicht:

  • Die Blechverkleidung beschädigen
  • Schiebetüren verformen
  • Das empfindliche CELOS Siemens 840D sl Bedienpanel beeinträchtigen

Transport mit dem Gabelstapler

Für den innerbetrieblichen Transport muss der Stapler über eine ausreichende Tragfähigkeit verfügen, die deutlich über dem Maschinengewicht liegt.

Die Gabeln sollten mithilfe von Verlängerungen die gesamte Tiefe des Maschinenbetts abdecken, um Kippbewegungen zu vermeiden.

Medienversorgung: Was vor der Anlieferung vorbereitet sein muss

Um die Inbetriebnahme schnell und ohne unnötige Verzögerungen durchführen zu können, sollten sämtliche Anschlüsse bereits vor der Anlieferung bis zum endgültigen Aufstellort vorbereitet sein.

Elektrische Versorgung

Die CTX beta 800 verfügt über leistungsstarke Haupt- und Gegenspindeln mit Antriebsleistungen von häufig 35 kW bis 45 kW. Entsprechend benötigt die Maschine eine stabile Drehstromversorgung.

Vor der Anlieferung sollten folgende Punkte geprüft werden:

  • Spannungsanforderungen (z. B. 400 V oder 480 V)
  • Separater Leistungsschutzschalter
  • Hochwertige Erdung


Eine saubere Erdung verhindert Störungen empfindlicher CNC-Elektronik und digitaler Messsysteme.

Druckluftversorgung

Die Maschine benötigt saubere und trockene Druckluft für: Spindel-Luftspülungen Werkzeugspannsysteme Automatische Türen Pneumatische Steuerungen

  • Druck und Volumenstrom Die Versorgung muss den geforderten Betriebsdruck – typischerweise 6 bar – dauerhaft bereitstellen.
  • Luftqualität Empfohlen werden: Kältetrockner Mehrstufige Partikelfilter Ölabscheider Feuchtigkeit, Ölnebel oder Verunreinigungen können Pneumatikkomponenten beschädigen und die empfindlichen Glasmaßstäbe beeinträchtigen.

Die entscheidende Übergabe: Auspacken und Dokumentation

Sobald die Maschine auf ihrem vorläufigen Aufstellplatz positioniert wurde, beginnt die Inspektionsphase. Dies ist der wichtigste Zeitpunkt, um eventuelle Transportschäden zu dokumentieren, bevor die Lieferdokumente unterzeichnet werden.

Sichtprüfung

Entfernen Sie vorsichtig die Schutzfolien und Transportverpackungen.

Kontrollieren Sie insbesondere:

  • Verkleidungsbleche
  • Sichtfenster
  • Bedienpanel
  • Schiebetüren
  • Äußere Anbauteile


Achten Sie auf Dellen, Kratzer oder andere Beschädigungen.

Kontrolle der Stoßindikatoren

DMG MORI versieht Maschinen häufig mit sogenannten „ShockWatch“- oder Neigungssensoren.

Überprüfen Sie diese unmittelbar nach der Anlieferung:

  • Grün = Transport ohne Auffälligkeiten
  • Rot = Überschreitung zulässiger Stoß- oder Neigungswerte


Wurde ein Indikator ausgelöst, sollte dies umgehend auf den Lieferpapieren vermerkt und sowohl dem Versicherer als auch dem zuständigen Servicetechniker gemeldet werden.

Vollständigkeitsprüfung

Vergleichen Sie sämtliche gelieferten Komponenten mit der Packliste.

Prüfen Sie insbesondere die Vollständigkeit von:

  • Spannfuttern
  • Statischen und angetriebenen VDI-40-Werkzeughaltern
  • Kühlmittelpumpen
  • Sonderausstattungen
  • Zubehörpaketen


Bewahren Sie außerdem alle technischen Unterlagen, Parameterdateien sowie die werkseitigen Ausricht- und Prüfprotokolle an einem zentralen und sicheren Ort auf.

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